Infos unter: stiftung-folsäure.ch
wir eltern:
Frau Walliser, alle kümmern
sich um gesunde Ernährung, braucht es überhaupt
Aufklärung zum Thema Folsäure?
Maria Walliser:
Die Schweizer Bevölkerung
ist mit Folsäure unterversorgt. Auch mit
Wissen darüber. Damals, als ich mit meiner
heute 26-jährigen Tochter schwanger war,
war Folsäure bei einem Grossteil der Schweizer
unbekannt.
Ist die Behinderung Ihrer Tochter auf diesen
Mangel zurückzuführen?
Es ist je länger desto mehr müssig, sich das
Gehirn zu zermartern, wieso und weshalb sie
auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Fakt ist,
ein sogenannter offener Rücken kann Folge
eines Folsäuremangels sein.
Wofür ist dieser Stoff im Körper zuständig?
Für die Zellteilung. Gerade in der Schwangerschaft teilen sich unendlich viele Zellen. Auch wer schwanger werden möchte, sollte schon vorher mit der Folsäure-Prophylaxe beginnen.
Wie viel Folsäure braucht man?
Etwa 200 Mikrogramm Folsäure täglich. In der Schwangerschaft doppelt so viel.
Und wenn nicht genügend da ist?
Kann es zu Erkrankungen des Ungeborenen kommen: zu offenem Rücken «Spina bifida», Herzfehlern, einer Gaumenspalte...
Lässt sich der Bedarf durch richtige Ernährung decken?
Ja, aber es ist schwierig. Viel Folsäure ist in
Weizenkeimen enthalten und auch in Leber.
Jedoch ernähren sich viele Menschen glutenfrei
und Leber ist nicht jedermanns Sache.
Auch Äpfel enthalten Folsäure. Aber um
den Bedarf zu decken, müsste man schon
22 davon am Tag essen. Ausserdem ist Folsäure
wasserlöslich und hitzeempfindlich.
Beim Waschen, Kochen und Backen der
Nahrungsmittel geht ein grosser Teil der
Folsäure verloren. Darum empfehlen wir
von der Stiftung Folsäure bei Lebensmitteln
auf unser Label zu achten: Lebensmittel mit
dem Label erhalten eine Extraportion Folsäure.
Wie geht es Ihrer Tochter heute?
Sie hat ihren Master in Jus gemacht. Wir sind wahnsinnig stolz.
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