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«Schläge fürs Kuscheltier»

Eltern sind oft besorgt, wenn ihr Kind sein geliebtes Kuscheltier schlägt und plagt. Ist die Sorge berechtigt?

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«Schläge fürs Kuscheltier»

Eltern sind oft besorgt, wenn ihr Kind sein geliebtes Kuscheltier schlägt und plagt. Ist die Sorge berechtigt?

Barbara Rejman, Erziehungsberaterin:

«Ich kann da nur beruhigen: Dass beispielsweise ein 4-Jähriger sein Kuscheltier hin und wieder malträtiert, heisst überhaupt nicht, dass er später mit geliebten Personen, etwa seiner Frau oder seinen Kindern, ähnlich umgehen wird.

Schlagen lernen Kinder durch Vorbilder und Rollenmodelle – durch Gewalt im Fernsehen, im Elternhaus oder in Kindergangs –, nicht jedoch durch Heldenspiele mit ihren Fantasiefreunden. Die Kinder befinden sich dann in der sogenannten magischen Phase, die sehr wichtig ist für die Entwicklung von Fantasie und Sprache sowie das Einüben von Regeln.

Ein Kind spielt dann Rollen, und selbst ein Holzscheit kann sich in seiner magisch-mythischen Vorstellungswelt in ein beliebiges lebendiges Wesen verwandeln. Während andere «Schüelerlis» oder «Dökterlis» spielen, gibt es Kinder, die es eher mit Helden- oder Dompteurrollen zu halten scheinen.

Üblicherweise flaut die magische Phase um das Schulalter herum langsam ab. Wichtig ist, dass Einzelkinder nicht bloss mit dem Kuscheltier spielen, das alles mit sich geschehen lässt, sondern auch mit seinen Eltern oder anderen Kindern. So lernen sie, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie auf Widerstand stossen.»

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