Katharina Saalfrank (1971) ist Pädagogin und Musiktherapeutin. Bekannt wurde sie als Fachberaterin in der Sendung «Die Super Nanny». In ihrer Praxis in Berlin bietet sie u. a. Kinder-, Eltern- und Familiencoachings an, auch Video- und Telefonberatungen sind möglich. ? katiasaalfrank.de
Katharina Saalfrank: Meine Erfahrung ist, dass Eltern sich in solchen Situationen vor allem hilflos fühlen. Während die Mutter hier das Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung hat, möchte ihr Sohn Bewegung. Zwei Bedürfnisse prallen aufeinander. Reagiert die Mutter jetzt aus Unsicherheit gar nicht oder mit Strafen, ist der Konflikt vordergründig gelöst – langfristig aber leidet die Mutter-Kind-Beziehung. Hilflosigkeit oder Unsicherheit ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Es hilft uns Eltern, uns auf die Kinder einzustellen. Statt in der Hilflosigkeit zu verharren und schliesslich wütend zu werden, kann die Mutter spiegeln: «Du bist heute aber ein Wilder! Das ist mir gerade ein bisschen zu viel. Was machen wir jetzt?» Während Theo weiterspringt, kann sie verschiedene Optionen anbieten, etwa vorschlagen, eine Geschichte zu erzählen oder die Arme ausstrecken und Theo auffordern zu springen. Damit kommt sie wieder in die Führungsrolle.
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