Daheim angekommen fühle ich mich gezwungen, das Kinderthema sehr konkret besprechen zu müssen. Vom ursprünglichen Plan, mir den Nuvaring verschreiben zu lassen, ist nämlich nicht nur nichts geworden, nein, ich bin mit einer XL-Packung Folsäure nach Hause gekommen.
Ich habe das Glück, dass mein Freund wunderbar reagiert. Das mit den Kondomen finden wir zwar mühsam, aber zumutbar. Wir entscheiden uns, das Kinderthema eine Weile zur Seite zu legen und uns zuerst einmal aufs Zusammenziehen zu fokussieren. Was meine Mutter vor zehn Jahren noch als sehr erwachsen und vorbildlich gelobt hätte, findet sie heute suboptimal. Weil eben, «Kind, die Bio-Uhr tickt!»
Meine Freundinnen sind teilweise noch radikaler: «Maja, mach! Mit jedem Eisprung, den du nicht nutzt, vergeudest du wertvolle Chancen!» Eine andere ist sich sicher, dass ich es bereuen werde, erst so spät angefangen zu haben.
Oft kommt es mir so vor, als würde das Kinderthema nur mich etwas angehen. Mein Freund, ebenfalls Ende 30, wird mit Fragen zum Thema komplett verschont. Und das, obwohl die meisten seiner Freunde ebenfalls schon Väter sind. Finde ich löblich.