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«Die Neo-Romantiker»

Neo-Romantiker, auch Helikoptereltern genannt, wollen nur eins: glückliche Kinder.

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«Die Neo-Romantiker»

Neo-Romantiker, auch Helikoptereltern genannt, wollen nur eins: glückliche Kinder.

Sie ertragen es nicht, wenn ihre Kinder unzufrieden, gelangweilt oder enttäuscht sind, betüddeln, bespassen und beschützen ihre Brut nonstop. «Wo möchtest du gerne sitzen, Schätzchen, neben Mama, Papa oder Tante Marie? Was möchtest du essen? Pommes? Chicken Nuggets? Du hast keinen Hunger? Nudeln hast du doch so gerne, nimm doch die Nudeln mit Tomatensauce! Du willst eine Pizza? Margherita, Prosciutto, Hawaii? Die mit Salami? Du willst doch lieber Pommes? Ja du, die Pizza haben wir jetzt aber schon bestellt. Dann isst der Papa halt auch die Pizza und du bekommst deine Pommes. Du willst auf dem Handy spielen? Iss doch jetzt erst deine Pommes. Ja, ja, du darfst das Handy haben. Aber gell, du machst schon den Ton leiser… bitte, Schätzchen, bitte mach etwas leiser. Schau, die anderen Gäste möchten auch in Ruhe essen. Schon gut, du musst nicht so laut schreien, alle Leute gucken schon. Die Gesellschaft heute ist einfach wahnsinnig kinderfeindlich.»

Mal ehrlich: Ist es ein Wunder, dass diese Kinder ausflippen? Permanent bequasselt und mit so vielen Fragen kirre gemacht, dreht selbst der gutmütigste Mensch irgendwann durch. Zudem werden diesen Kindern wichtige Erfahrungen vorenthalten wie Frustration, Langeweile oder selbstständiges Denken. Die Eltern ziehen kleine Könige heran und vergessen daneben ganz ihre eigenen Bedürfnisse. «Moderne Eltern wollen immer beliebt sein. Doch wenn man immer beliebt sein will, sollte man keine Kinder haben», sagt Familientherapeut Jesper Juul.

Anita Zulauf

Anita Zulauf

Redaktorin

anita.zulauf@medienatelier.ch

Als Quereinsteigerin in den Journalismus schreibt Anita Zulauf erst für die «Berner Zeitung», die Migrationszeitung «Mix», nun bei «wir eltern» und als freie Journalistin bei dem Kulturmagazin «Ernst». Sie mag Porträts und Reportagen über Menschen-Leben und Themen zu Gesellschaft und Politik. Als Mutter von vier Kindern hat sie lernen müssen, dass nichts perfekt, aber vieles möglich ist.


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